in der Krise Kasse machen
Unter der Wirtschaftskrise leidet doch wohl die Gastronomie. In meinem Wohnort kriege ich das nicht so mit, überall sitzen genauso viele Leute wie immer. Möglich, dass die Leute genauso oft wie bisher ausgehen, aber dann jeweils weniger verzehren. Gut, das macht sich natürlich bemerkbar. Ein Gewinner der Krise ist aber wohl die Systemgastronomie, wird dort jedenfalls gehofft. Für zusätzliche Kunden und Neukunden hat jedenfalls eine bekannte Burgerkette ihre Produktangebote erweitert und zusätzliche Billigangebote konzipiert. Es soll eine taktische Änderung geben, keine strategische. Selbst wenn 2009 ein anstrengendes Jahr werden sollte, wird mit steigenden Gästezahlen und einem bis zu 5-prozentigen Umsatzplus gerechnet. Bis 2011 will die Burgerkette jährlich bis zu 40 neue Standorte eröffnen. Mann, die sind ganz schön mutig. Oder schließen dafür an anderer Stelle weniger umsatzstarke Filialen. Ein Konzept der Expansion soll damit das gebremste Wachstum der letzten vier Jahre ablösen. Auch die Erweiterung des Frühstücksgeschäfts soll höheren Umsatz und mehr Gäste bringen. In Zahlen kann die Hoffnung auf Neukunden durch die Wirtschaftskrise aber noch nicht ausdrücken. Expansion hin, Krise her: die Kassen beim besagten Burgerbrater bleiben vermutlich die gleichen. Die aufklappbaren Kassenterminals hat schon jeder gesehen, der schon dort war. Die Kassensoftware beinhaltet alle zur Verfügung stehenden Produkte. Per TouchScreen werden die Bestellungen direkt am POS-Platz aufgenommen. Eine großartige Zwischenspeicherung gibt es nicht, da der Gast sofort bezahlt, wenn er die bestellten Speisen und Getränke in Empfang nimmt. Vermutlich wird aber wie in der Kassensoftware vieler Netzwerkkassen der Tagesumsatz im Hintergrund aufsummiert, damit die Abrechnung bei Dienstschluss der jeweiligen Filiale schnell vonstatten geht. Auch dürften die Warenbewegungen von der Warenbestellung bis zum Verkauf an den Gast über die Netzwerkkasse erledigt werden. Eine Einsicht für die Geschäftsleitung müsste ebenfalls zur Verfügung stehen. Mit den so übermittelten Daten können Filialen miteinander verglichen werden, unrentable Niederlassungen dürften geschlossen werden. Eine Registrierkasse im klassischen Sinne wird man bei den bekannten Burgerketten niemals zu sehen bekommen. Schließlich würde das bei der Konzerngröße unermesslichen Arbeitsaufwand in der täglichen Kassen Abrechnung geben, ebenso in der verwaltenden Buchhaltung. Zeitverlust durch übersenden der Belege wäre ein erheblicher Aufwand. Darum muss man sich aber keine Sorgen machen, schließlich ist ja eine moderne Netzwerkkasse in Betrieb, und keine altbackene Registrierkasse. Außerdem kann es uns als Gast eh egal sein, welche Art Kasse genutzt wird, solang das Gerät ordentlich rechnet und auf Wunsch einen Beleg ausgeben kann. Und es ist auch nicht relevant, welche Burgerkette die bessere ist. Das ist nämlich sowieso Geschmacksache. Ich für meinen Teil gehe eh am liebsten zur Imbissbude bei mir im Wohnort, wenn ich denn schon einen Burger brauche. Da weiß ich wirklich, wir frisch die Waren sind und dass alles tatsächlich frisch zubereitet wird, wenn ich es bestelle.
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